2026

John Lanchester

Das habe ich wegen dir getan


Kommt noch

Kommt noch

Alexandra Wilson

Die feindliche Zeugin


Kommt noch

Kommt noch

Kerstin Gier

Liebe geht durch alle Zeiten 1-3


Kommt noch

Kommt noch

Hans-Gerd Raeth

Wir Freitagsmänner


Welcher Tag ist eigentlich in Ihrem Leben? (S. 146)
Das Buch liest sich unverfänglich und flott. Mehrmals musste ich auflachen oder schmunzeln, aber auch der emotionale Aspekt kam nicht zu kurz. Eine gewisse Melancholie, fast schon eine Demut gegenüber dem Leben oder vielmehr dem vergangenen Leben und dem, was noch vor einem liegen kann, macht sich hier und da breit. Gerade im letzten Drittel des Buches sind es nicht nur die (fast schon) überspitzten Situationen, die die Aufmerksamkeit auf sich ziehen, sondern auch die eingestreuten Denkanstöße. Eine gelungene Mischung, die kurzweilig unterhält und dennoch im Gedächtnis bleibt.

Die Geschichte ist nicht unbedingt darauf ausgelegt, dass die Charaktere große Entwicklungen durchmachen. Man wird mitten in die Handlung hineingeworfen und ebenso wieder aus ihr entlassen. Der Hauptprotagonist Henri hingegen macht eine Entwicklung durch, die durchaus spürbar ist. Das passt zum Buch.

Melanie Raabe

Die Wälder


Das Buch wird aus zwei Perspektiven erzählt und gleichzeitig auf zwei Zeitebenen: Vergangenheit und Gegenwart. Ich mochte den Schreibstil sowie die Charaktere sehr. Alle wirkten auf mich glaubhaft, und ihre jeweiligen Entwicklungen waren schön zu verfolgen. Es gab ein oder zwei Stellen, bei denen ich mir im Nachhinein noch etwas mehr Erklärung/Auflösung gewünscht hätte, doch insgesamt wurden keine Themen unnötig ausladend behandelt, die für die Geschichte letztlich keine große Rolle spielten.

Im Grunde war der Handlungsstrang äußerst überschaubar und genau das macht das Buch so interessant. Die Geschichte hatte Zeit, sich zu entfalten, und hatte meiner Meinung nach dennoch keine Längen.

Den Hund empfand ich allerdings als etwas störend. Er trug kaum etwas zur Geschichte bei (abgesehen vielleicht vom Ende), und auch sein Verhalten wirkte teilweise etwas zu inszeniert beziehungsweise unnatürlich. Für die eine erwähnte Stelle, hätte man auch einen anderen Lösungsweg nehmen können.

Das Ende war plausibel und hat mich irgendwie nachdenklich zurückgelassen..

Melanie Raabe

Die Wahrheit


Dieser Thriller hatte mich! Bis zur Auflösung, gingen meine Vermutungen hin und her.

Im Nachhinein habe ich mich gefragt, warum Sarah später nicht die Gefangenschaft ansprach und was diese mit einem Menschen machen kann, Sarah wirkte in diesem Punkt sehr Ich-bezogen, da sie sich im Grunde nur mit ihren Gefühlen beschäftigt hat. Insgesamt passte es dennoch ins Bild und gab ihrem Charakter eine gewisse Tiefe.

Sarah und „Philipp“, sind wirklich zwei starke Protagonisten. Hier hat sich die Autorin um einen gesamten Lebenslauf der Beiden Gedanken macht und um Nachvollziehbarkeit. Zwischenzeitlich hatte ich weniger das Gefühl, etwas „ausgedachtes“ zu lesen, sondern an jemandes Leben teilzuhaben.

Die Orte der Handlungen sind wie bisher in allen Bücher, die ich von Melanie gelesen habe, sehr überschaubar. Es wird sich auf das wesentliche konzentriert und das kommt den Charakteren zu Gute (das kann ich gar nicht oft genug sagen).

Melanie Raabe

Der Schatten


Ein Thriller, bei dem ich wirklich lange gebraucht habe, hineinzukommen. Einerseits baute sich für mich alles viel zu langsam auf, andererseits wirkte es so auch nachvollziehbarer; die Geschehnisse wurden nicht einfach stumpf hintereinander abgeklappert, sondern es wurde auf einen verständlichen Aufbau Wert gelegt.

Es gibt nicht besonders viele Orte zu erkunden, im Grunde sind die Schauplätze immer die gleichen und die entsprechenden Beschreibungen ausreichend.

Norah ist eine Person, die ich bis zum Schluss nicht ganz greifen konnte, was vielleicht mit ihrer verlagerten Suchtproblematik hin zu exzessiven Rauchen zusammenhing. Die anderen Charaktere Boten trotz der Nebenrolle, zumindest teilweise mehr Tiefe.

Was ich spannend in der Umsetzung fand, war die Thematik von psychischen Problemen und von Schuldzuweisungen. Worte können einem ein Leben lang verfolgen. Der Schatten. Der Schatten, der Vergangenheit.

Tokuro Nukui

Tokyo: Schwarzer Sommer


Die Handlung konzentriert sich auf wenige Charaktere und überschaubare Schauplätze. Erzählt wird abwechselnd aus den Perspektiven des verzweifelten Familienvaters Matsumoto und von Saeki. Das Thema „Sekte“ wurde für mich insgesamt gut umgesetzt. Auch wenn ich selbst kein tiefgreifendes Wissen darüber habe, vermittelt das Buch ein sehr negatives Bild und greift typische Strukturen auf. Zusätzlich wird die psychische Belastung durch Verlust thematisiert und gezeigt, zu welchen Handlungen Verzweiflung führen kann. Dadurch bekommt die Geschichte neben dem Thriller-Aspekt auch eine psychologische Ebene.

Weniger gefallen haben mir die teilweise sachbuchhafte Erzählweise und die für mich gestelzte Übersetzung. Die ausführlichen Erklärungen zu den Strukturen der Sekte wirkten stellenweise eher wie aus einem Sachbuch und erschwerten gemeinsam mit der unnatürlichen Sprache meinen Einstieg. Insgesamt bleibt für mich trotz der interessanten Geschichte ein solides Leseerlebnis, das jedoch durch das Tierleid und die sprachliche Umsetzung deutlich getrübt wurde.